Der Berinapass – die Verbindung zwischen dem Oberengadin und dem Veltlin

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Traumpässe Rennrad – der Berninapass: leicht und schön oder lang und heftig

Der höchste Bahnhof in den Alpen und eine unter Radlern legendäre Gebirgsstrecke

Über 54 Kilometer zieht sich die Passstraße zwischen Pontresina im Oberengadin im Kanton Graubünden in der Schweiz und Tirano im Val Poschiavo in Italien, auf 2.328 Meter Höhe passiert man den nicht nur unter Rennradsportlern legendären Berninapass. Erbaut wurde die Straße von 1842 bis 1865, genutzt wurde die einzig brauchbare Verbindung zwischen dem Engadin und dem Veltlin aber archäologischen Funden bereits in der Bronzezeit. Seit 1908 verkehrt hier die elektrisch betriebene Berninabahn, mit der zunehmenden touristischen Erschließung der Region wurde der Betrieb ab 1913 auch auf die Wintermonate ausgeweitet. 1956 wurde die Luftseilbahn Bernina-Diavolezza zum Gletscherskigebiet Munt Pers eröffnet, seit 1963 führt auch eine Seilbahn auf den Piz Lagalb. Eisenbahnfans kennen die Station „Ospizio Bernina“ (Bernina Hospiz) auf dem Berninapass als den mit 2.253 Meter höchstgelegenen Bahnhof der Alpen, die Züge werden auch oft von Aktivurlaubern für eine Berninapass Rennrad Überquerung gebucht.

Vor den Schienen auf der Straße sollte man bei Regen etwas Vorsicht walten lassen

Die Gleise der Rätischen Bahn verlaufen an vielen Stellen parallel zur Straße oder kreuzen diese, bei Regen sollten Radler aufpassen, dass sie auf diesen nicht ausrutschen, auf die Gefahr machen auch zahlreiche Schilder aufmerksam. An die häufigen schrillen Pfiffe der Berninabahn gewöhnt man sich ebenso schnell, ansonsten ist der Straßenbelag in allerbestem Zustand und erlaubt auch im Herbst zügiges Fahren in den weit gezogenen Kurven. Eines der schönen Naturdenkmäler auf der Südseite des Passes ist der Lago Poschiavo (Puschlaversee) nahe der malerischen kleinen Bergorte Le Prese, Miralago, Poschiavo und Brusio. Prähistorisch durch einen Bergsturz aufgestaut, speist der See das Kraftwerk Campocologno, man kann das Gewässer auch im Rahmen einer zweistündigen Wanderung umrunden, auf das westliche Ufer hat man eine herrliche Sicht aus der Bahn.

Der Blick auf das ewige Eis der Gletscher ist der gerechte Lohn für die Qual

Jeder Rennradler, der den Berninapass schon einmal im Schweiße seines Angesichts überquert hat, wird von der spektakulären Sicht auf die majestätisch vergletscherten Berge schwärmen, besonders beeindruckend sind der Gletscherstrom Vadret da Morteratsch und der gut 4.000 Meter hohe Piz Bernina. Dabei weist der eigentliche Pass selbst nur eine vergleichsweise geringe Steigung von maximal 5 Prozent auf, die ungefähr 600 Meter Höhenunterschied verteilen sich recht ausgeglichen auf 20 Kilometer. Die Abfahrt von der Passhöhe in Richtung Osten ist jedoch sehr kehrenreich und äußerst steil, auf dem Weg zum Abzweig nach Livigno herrscht ein Gefälle von durchschnittlich 9 Prozent. In Forcola di Livigno liegt auch die gleichnamige Freihandelszone, wer will, kann dort das eine oder andere Schnäppchen machen. Möchte man hingegen auf dem Weg zum Berninapass übernachten, lohnt ein Aufenthalt im altehrwürdigen Hotel Morteratsch, der prächtige Morteratschgletscher ist in einem 45-minütigen Fußmarsch zu erreichen.

Video Traumpässe Rennrad Berninapass

Bilder Traumpässe Rennrad Berninapass

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Rennrad auf dem Berninapass - die Ostalpen haben einen König: den Piz Bernina, der alles überragt und mit seiner leuchtend weißen Krone einen wahrhaft majestätischen Anblick bietet.
Wer seine königliche Hoheit vom Rennrad aus bewundern will, fährt auf der Berninapassstraße, die sich am östlichen Rand der Berninagruppe von der Schweiz gen Italien schlängelt. Oder in entgegengesetzter Richtung aus dem Veltlin ins Oberengadin. Je nachdem, von wo man startet, erwarten den Pässesammler unterwegs völlig unterschiedliche Erlebnisse.

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