Der Col du Tourmalet ist über die Jahrzehnte zu einem Mythos geworden

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Traumpässe Rennrad – Col du Tourmalet

Der „schlechte Weg“ ist über die Jahrzehnte zu einem Mythos geworden

Der Col du Tourmalet zwischen Luz-Saint-Sauveur und Campan im Département Hautes-Pyrénées ist der mit 2115 Metern höchste asphaltierte Straßenpass in den französischen Pyrenäen. Seinen hohen Bekanntheitsgrad in der internationalen Radsportwelt verdankt er primär dem historischen Umstand, dass er 1910 als erster Pass im Hochgebirge in das Programm der „Tour de France“ aufgenommen wurde. Zu dieser Zeit bestand die Strecke noch nicht aus Asphalt, sondern war gänzlich unbefestigt, außerdem machten damals auch noch wilde Tiere das Terrain unsicher. Zahlreiche Legenden und Mythen ranken sich um den bis heute täglich von Rennradfahrern überquerten Pass. Spektakuläre Stürze und Unfälle während der Tour lassen Zweiradfans auf der ganzen Welt in Ehrfurcht erstarren, wenn die Rede auf den Col du Tourmalet Rennrad kommt. Wie ein leicht sarkatisches böses Omen soll sein Name übrigens auf Latein „schlechter Weg“ bedeuten.

Auf der Passhöhe wird alten Helden und Pionieren der Tour de France gedacht

Zusammen mit der L’Alpe d’Huez, dem Col du Galibier sowie dem Mont Ventoux gilt der Col du Tourmalet inzwischen als einer der schwersten Anstiege der gesamten Tour de France, in der „Hors Catégorie“ wird er deshalb mit besonderer Punktezahl gewertet. Der legendäre Pass ist dabei nicht nur der älteste, sondern sogar auch der am häufigsten befahrene Hochgebirgspass im Rahmen der Tour. Deshalb erinnern dort oben diverse Denkmale und Gedenktafeln an verdiente Fahrer und Organisatoren des wohl mit Abstand bekanntesten Radrennens der Erde. So werden vor Ort etwa der frühere Tourdirektor und Gründer der Sportzeitung „L’Equipe“ Jacques Goddet, der Straßenbauingenieur Jean-Raoul Paul und der erstmalige Überquerer des Col du Tourmalet im Jahr 1910, der Fahrer Octave „Le Géant“ Lapize, mit Skulpturen geehrt. In einem gut sortierten Souvenirshop am Pass erhält man natürlich auch mehr oder weniger geschmackvoll gestaltete Mitbringsel und Devotionalien.

Col du Tourmalet Rennradfahren

Tour de France Klassiker – zum Col du Tourmalet

Der Aufstieg über den „Wilden Westen“ ist hart, wird aber auch reich belohnt

Trotz seiner bewegten und für viele Fahrer nicht immer ungefährlichen Vergangenheit ist der Col du Tourmalet heute ein sicher und problemlos zu befahrendes Ziel für ehrgeizige Freizeitradfahrer, ein Mindestmaß an Kondition sollte man für seine Bezwingung jedoch schon vorweisen können. Besonders die wilde Westseite über die Gemeinden Saligos, Esquieze-Sere, Luz-Saint-Sauveur und den ältesten Wintersportort der Region Barèges erfordert einiges Durchhaltevermögen, es dominieren lange gerade Steigungen. Für die große Anstrengnung entschädigt wird man aber mit der fantastischen Fernsicht auf die beiden imposanten Bergmassive Pic de Néouvielle und Pic du Midi de Bigorre. Bis kurz vor der Passhöhe betragen die durchschnittlichen Anstiege ca. 7 bis 8 Prozent, auf den letzten Serpentinen sind es allerdings über 10 Prozent. Oben angelangt kann man sich einen wohlverdienten Kaffee gönnen, um danach im strahlenden Sonnenschein und bei blauem Himmel die rasante Abfahrt zurück ins Tal zu gönnen.

Video Rennrad Col du Tourmalet

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Rennrad Col du Tourmalet - der Col du Tourmalet liegt auf der Nordseite der Pyrenäen an der D 918 in Südfrankreich. Er ist einer der Klassiker der Rundfahrt Tour de France und zugleich höchster französischer Pyrenäenpass. Nur der andorranische Port d’Envalira (2407 m) ist höher!

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